"Mein Mädchen hat einen Rosenmund"
Überlegungen zur Programmentwicklung
Deutsche Volkslieder in neuem Gewand - Konzert am 29. Mai 2011
Seit einigen Jahren zeigt sich in der Singpraxis ein wachsendes Interesse am deutschen Volkslied in neuen Vertonungen. Bekannte Komponisten unserer Tage, wie beispielsweise Helmut Barbe, Volker Wangenheim, Thomas Gabriel, Theo Brandmüller, Alan Wilson oder Vyautatas Miskinis haben sich der Volkslied-melodien angenommen und in eine moderne Klanglichkeit übertragen. Zahlreiche Laienchöre und professionelle Vokalensembles studieren Volksliedbearbeitungen ein und setzen sie auf ihre Konzertprogramme.
Das deutsche Volkslied – von den einen geliebt, von anderen gemieden oder misstrauisch beäugt - ist in seiner Rezeptionsgeschichte auch immer ein Spiegel der jüngeren deutschen Geschichte. Der Bruch in der Pflege des Volksliedes nach dem zweiten Weltkrieg, noch vertieft durch die 68er – Bewegung, das fast völlige Verschwinden des Singens dieser Literatur in den Schulen und vereinzelte Versuche ihrer Wiederbelebung, zeigen die Zerrissenheit der Deutschen in der Auseinandersetzung mit einem jahrhundertealten nationalen Kulturgut. Während in allen anderen europäischen Landen Volkslieder und Folklore geradezu einen Ausweis nationaler Identität darstellen, tat man sich in Deutschland damit jahrzehntelang schwer. Im Zeichen der Europäischen Einheit und gewachsen durch zahllose internationale Chorbegegnungen hat sich diese Situation entkrampft; der Wunsch und das Bedürfnis, sich mit internationalen Freunden musikalisch idiomatisch auszutauschen, hat wieder an Intensität gewonnen. Der Vortrag eines deutschen Volksliedes in einem mehrstimmigen Vertonung gehört z.B. zum Pflichtprogramm des renommierten Deutschen Chorwettbewerbs, der seit 1982 vom Deutschen Musikrat veranstaltet wird. Für viele Chorleiterinnen und Chorleiter war die Suche nach zeitgemäßen, patinabereinigten Volks-liedmusiken nicht einfach. Dank den Entwicklungen in dieser Sparte, der aktuellen Bezüge und modernen Impulse in diesen neueren Kompositionen, respektive Editionen, erleben wir eine Renaissance einer vom Aussterben bedrohten Vokalgattung, die ein wichtiges Segment im Rahmen der stilistischen und formalen Vielfalt der chormusikalischen Künste ausmacht.
Die soziologische Stellung dieser Gattung ist dadurch unumstritten und in unserer heutigen Zeit von hochaktueller Bedeutung:
(Kurt Phalen: Es tönen die Lieder) ....Sängen alle Menschen, alle Kinder – und sei es auch nur in kurzen, täglichen Augenblicken der Muße - , die Welt wäre froher, glücklicher, menschlicher und wohl auch friedlicher.
Mass in Jazz
Schweich Katholische Pfarrkirche St.Martin
Donnerstag 8.09.2011 - 20.00 Uhr
DER VOKALKREIS KONZ bietet im Konzert MASS IN JAZZ am Donnerstag 8.09.2011 unter der Leitung von Karl Ludwig Kreutz eine außergewöhnliche Kombination von klassischen Formen und jazzartigen Stilen an. Im Zentrum steht dabei die Messvertonung MASS des in New York lebenden Jazzmusikers Steve Dobrogosz, in der sich Gregorianik, Rhythmik, Melos, vokale und instrumentale Klangereignisse in einer neuen und einzigartigen Weise verbinden. Darüber hinaus wird das Duo Barbara Barth und Dany Schwickerath solistisch und gemeinsam mit dem Ensemble des Saarländischen Rundfunks in Kompositionen, Improvisationen und Arrangements Werke u. a. von Oscar Peterson (Hymn to Freedom) und Dave Grusin (aus der Santa Clara-Suite), diese einzigartige Synthese darbieten und somit gleichermaßen traditionelle Chorkonzertbesucher wie Jazzfreunde ins Herz schließen.
